Wenn der Abend bei euch oft mit „Noch ein Glas Wasser!“, „Ich kann nicht schlafen!“ und endlosen Diskussionen endet: Du bist nicht allein. Eine gute Abendroutine für Kinder ist kein strenges Programm, sondern ein sanfter Ablauf, der dem Körper zeigt: Jetzt wird’s ruhig. Und dir gibt sie das Gefühl, nicht jeden Abend neu anfangen zu müssen.
Das Ziel ist nicht „perfekt“. Das Ziel ist: weniger Reibung, weniger Drama, mehr Verbindung – und am Ende ein Kind, das leichter runterfährt.
Kleine Routine-Helfer:
- Visual Routine Chart / Abendroutine-Checkliste zum Aufhängen
- Nachtlicht (warm, dimmbar)
- Schlaftrainer-/Weckeruhr für Kinder (wenn das Thema „früh aufstehen“ dazukommt)
- White Noise / sanfte Einschlafmusik (wenn Geräusche stören)
- Kinderbücher für die Abendzeit (ruhige Klassiker)
- Karten-Set „Kinderyoga / Calm Down“ (kurzes Ritual)
Was eine Abendroutine wirklich leisten muss
Eine Abendroutine funktioniert dann gut, wenn sie drei Dinge schafft:
- Übergänge erleichtern: von Spiel → Ruhe → Schlaf
- Entscheidungen reduzieren: nicht jeden Abend alles neu verhandeln
- Sicherheit geben: „So läuft es hier ab – und danach ist Schlafenszeit.“
Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Routine ist Wiederholung, nicht Länge. Lieber kurz und jeden Tag ähnlich als lang und selten.

Die 7 Schritte für eine ruhige Abendroutine
1) Der „Abend-Start“: ein klares Signal statt plötzliches Abbrechen
Kinder tun sich mit Übergängen schwer. Deshalb hilft ein Startsignal, das immer gleich ist. Zum Beispiel:
- eine kleine Sanduhr („Noch 10 Minuten spielen“)
- ein ruhiger Satz („In 10 Minuten beginnt unsere Abendzeit.“)
- ein Lied, das ab jetzt „Abendmodus“ bedeutet
Wichtig: Du musst nicht diskutieren – du erinnerst nur an das Signal.
2) Aufräumen in Mini-Portionen (damit es nicht eskaliert)
Riesiges Aufräumen macht müde Kinder schnell wütend. Besser:
- 2 Minuten Timer
- eine Kategorie („Nur die Bausteine.“)
- ein Korb („Alles, was morgen weitergeht, kommt hier rein.“)
So bleibt die Stimmung stabil – und du räumst später nicht alles allein.
3) Essen/Trinken + „letzter Check“, bevor ihr hochgeht
Viele Bett-Ausreden sind eigentlich: Hunger, Durst, Unruhe im Kopf. Wenn du das vorher abräumst, sparst du dir später fünf Extra-Runden:
- kleiner Abend-Snack, wenn nötig (etwas Einfaches)
- Wasserflasche auffüllen
- Toilettengang / Windel / Schlafanzug schon bereit legen
Das ist der unspektakuläre Teil – aber er verhindert die Klassiker.
4) Körper runterfahren: Waschen, Bad, Gesicht – ohne Action-Modus
Baden kann entspannen, kann aber auch aufdrehen. Wenn dein Kind nach dem Bad „auf Sendung“ ist:
- Bad eher kurz und warm statt lang und wild
- Licht im Bad sanfter
- nach dem Bad direkt in den „leisen Teil“ wechseln
Wenn Baden zu viel ist: Waschlappen-Routine reicht völlig. Hauptsache: immer ähnlich.
5) Der leise Übergang: Licht runter, Geräusche runter, Tempo runter
Hier passiert die Magie – nicht mit Worten, sondern mit Atmosphäre:
- ein Licht weniger (oder eine kleine Lampe/Nachtlicht)
- keine wilden Spiele mehr
- Stimme etwas leiser
Du musst nicht „mehr machen“. Du musst nur den Abend „langsamer“ machen.
6) Verbindung statt Verhandlung: ein kleines Ritual, das euch gehört
Kinder brauchen am Abend oft Nähe, nicht neue Argumente. Ein kleines Ritual ist wie ein Anker:
- 2 Minuten kuscheln
- Handmassage mit ein bisschen Creme
- 3 „Heute war schön“-Sätze
- ein kurzes Kinder-Yoga (zwei einfache Dehnungen + tief atmen)
Je kleiner das Ritual, desto leichter bleibt es dauerhaft.
7) Einschlafen begleiten: klar, freundlich, wiederholbar
Der häufigste Stress entsteht, wenn Eltern jeden Abend neu entscheiden: „Bleibe ich? Gehe ich? Nochmal raus?“
Hilfreich ist ein Plan, der immer gleich ist:
- gleiche Reihenfolge: Buch → Gute Nacht → Licht → raus/bleiben (wie es bei euch passt)
- eine kurze Antwort auf Bett-Ausreden (wie ein Mantra):
„Du bist sicher. Es ist Schlafenszeit. Ich bin in der Nähe.“ - wenn dein Kind oft ruft: feste Check-ins (z. B. „Ich schaue gleich nochmal.“) statt dauerndes Rein-Raus
Wenn dein Kind noch klein ist: Nähe ist kein „Fehler“. Routine heißt nicht, dass es allein sein muss – sondern, dass der Ablauf vorhersehbar ist.
Beispiel: Abendroutine für Kindergartenkinder (ohne Perfektion)
Nur als Orientierung, nicht als Muss:
- Abendessen / Snack
- 2-Minuten-Aufräumen
- Waschen / Schlafanzug
- leises Licht + ruhiges Zimmer
- ein kurzes Ritual
- 1 Buch
- gute Nacht
Wenn du merkst, ihr braucht länger: lieber früher anfangen, statt später schneller werden.
Wenn es trotzdem schwierig bleibt: 5 typische Stolperstellen
„Mein Kind wird abends erst richtig wild.“
Dann ist euer „leiser Übergang“ zu spät. Frühzeitig Licht/Tempo runter, bevor das Kind überdreht.
„Es gibt jeden Abend 100 Ausreden.“
Dann fehlen Abend-Snack, Wasser und Toilette vorher – oder es ist gerade ein Nähe-Thema. Ritual lieber stärken statt diskutieren.
„Geschwister pushen sich hoch.“
Kurze Trennung hilft oft: einer macht schon den leisen Teil, während der andere noch fertig wird.
„Mein Kind braucht ewig zum Einschlafen.“
Nicht sofort an „Routine falsch“ denken. Manchmal ist es einfach Entwicklung. Bleib bei dem Ablauf und mach ihn nicht jeden Abend neu.
„Ich bin selbst am Limit.“
Mach die Routine kleiner. Wirklich kleiner. Zwei Schritte streichen ist besser als eine Routine, die du nur schaffst, wenn du noch Energie hast.
Eine Abendroutine mit Kindern ist kein strenger Plan, sondern ein wiederholbarer Weg in die Ruhe. Wenn du die Schritte klein hältst, das Tempo rechtzeitig runterdrehst und ein verbindendes Ritual einbaust, wird der Abend oft nicht „perfekt“ – aber deutlich friedlicher. Und genau darum geht’s.
Hinweis: Einige Bilder in diesem Beitrag sind KI-generierte Beispielbilder und dienen ausschließlich der Inspiration.
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